Die Geschichte des Sophie-Hedwig-Gymnasiums

Sophie Hedwig (1592 - 1642), geb. Herzogin v. Braunschweig-Lüneburg, war die Frau des Diezer Grafen Ernst Casimir (1573 - 1632), der - wie so viele Oranier - im Dienst der Niederlande gestanden hatte. Nach dessen Tod kam Sophie Hedwig 1633 nach Diez und nahm ihren Witwensitz im alten Grafenschloss. Während der nächsten knapp zehn Jahre machte sie sich durch ihr resolutes Verhalten in den schweren Zeiten des 30-jährigen Krieges, durch den die mittelrheinischen Gebiete stark verheert wurden, äußerst verdient um Stadt und Grafschaft Diez. Sofort nach ihrem Eintreffen sorgte sie für eine effektivere Verteidigung der Stadt und des Umlandes. Mehrfach gelang es ihr, drohende Einquartierungen und Plünderungen zu verhindern oder doch abzuschwächen, indem sie mutig den Truppenkommandeuren entgegenzog und mit ihnen verhandelte. Im September 1633 wandte sie sich in einem Beschwerdebrief sogar an den mächtigen schwedischen Kanzler Oxenstierna und verlangte Wiedergutmachung für angerichtete Schäden. Sie kümmerte sich auch um die Lebensmittel- und Wasserversorgung und gewahrte der Landbevölkerung Schutz in der Stadt und im Schloss. 1635, als die Pest in Diez wütete, besuchte sie häufig betroffene Familien und sprach ihnen Mut zu. Hilfreich war ihr bei allen Aktivitäten trotz anderen Glaubens (sie gehörte der reformierten Konfession an) die enge Zusammenarbeit mit ihrem Schwager Fürst Johann Ludwig von Nassau-Hadamar, der zum katholischen Glauben zurückgewechselt hatte und sehr gute Beziehungen zum Kaiser in Wien unterhielt. Sie selbst hätte es durchaus bequemer haben können, denn ihre oranischen Verwandten boten ihr die Stammburg Dillenburg als sicheren Zufluchtsort an, was sie ablehnte. Obwohl sie natürlich aus 'feudaler' Zeit stammt und keine demokratischen Ideale verkörpert, ist aber allein die Zivilcourage, die sie immer wieder gerade als Frau bewiesen hat, eine wichtige Tugend, die auch für die heutige Jugend ein Vorbild sein kann.