Gedenken an den Holocaust am Sophie-Hedwig-Gymnasium (05.02.2017)

Brauchen wir in Deutschland einen Holocaust-Gedenktag? Mit dieser Frage setzten sich Schülerinnen und Schüler des Sophie-Hedwig-Gymnasiums in Diez anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar auseinander.

In einer 4-tägigen Ausstellung zu einer Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz im Juli 2016 erzählten die daran teilnehmenden Schülerinnen und Schüler des SHG ihren Mitschülern vom Holocaust der Nationalsozialisten.

Mit Hilfe von Bildern, Gegenständen, Texten und hörbaren Redeausschnitten von Joseph Goebbels und Björn Höcke erzielten die jungen Ausstellungsmacher eine große Betroffenheit unter den Besuchern. Dies umso mehr, da der Ausstellungsraum abgedunkelt war und die einzelnen Schautafeln nur schwach beleuchtet waren. Viel diskutiert wurde über eine eingespielte Wahlkampfrede Donald Trumps, auf den die Gestalter der Ausstellung in diesem Zusammenhang nicht verzichten wollten.

Das Ausstellungskonzept verlief sehr konzentriert entlang der Themen, die die Teilnehmer an der Studienfahrt bewegten. Am Anfang der Besuch der polnischen Stadt Oswiecim und das heutige normale Alltagsleben in unmittelbarer Nähe zur größten Gedenkstätte des Holocausts. Danach ein Tisch mit Gegenständen des Judentums: Gebetsschal, Kippa, Türkapsel und Widderhorn. Ein Büchertisch mit einer breiten Auswahl an Literatur über den Holocaust. Die Geschichte der Krakauer Juden im KZ-Plaszow und das Leiden unter dem dort wütenden grausamen SS-Hauptsturmführer Amon Göth. Schließlich der Besuch im Krakauer Schindler-Museum und die Darstellung der Rettung von Hunderten von Juden durch den deutschen Fabrikanten Oskar Schindler. Bilder über das riesige Areal des KZ-Auschwitz-Birkenau mit der Zugrampe, den unzähligen Barracken (die aus Kartons von Schülerinnen nachgebaut wurden) und lebensgroßen Schaufensterpuppen in Häftlingskleidung. Gegen Ende eine kurze beispielhafte Darstellung zweier Häftlingsleben: Zum einen der Priester Maximilian Kolbe, der anstelle eines Familienvaters in den Tod ging. Zum anderen der Künstler Marian Kolodzeij, der überlebte und seine schrecklichen Erlebnisse mit Hilfe der Kunst zum Ausdruck brachte. Einige seiner gemalten Häftlinge wurden abfotografiert und blickten die Besucher im Halbdunkel entsetzt an.

Umfragen unter den Schülerinnen und Schülern des SHG, die die Ausstellung besucht haben, bestätigen: Nicht nur Deutschland braucht einen Holocaust-Gedenktag, sondern auch jeder einzelne Bewohner dieses Landes und der ganzen Welt.

 



 

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