Handballer erreichen zum 4. Mal in Folge das Bundesfinale in Berlin (05.03.2020)

"Berlin, Berlin, zum vierten Mal Berlin": So hallte es minutenlang durch die Arena Trier. Was war geschehen? In der Großsporthalle der Römerstadt  wurde gerade das Finale der Ballwerfer in der Wettkampfklasse II abgepfiffen. Elf Jugendliche sowie ihr Trainer Heiko Ohl und die Betreuer Matthias Waldforst und Lukas Fischer tanzten  auf dem Spielfeld und ließen nach dem Gewinn der Landesmeisterschaft die minutenlangen Gesänge erklingen. Die Handballer des SHG-Diez vertreten nun die Farben des Landes Rheinland-Pfalz zum vierten Mal infolge beim Bundesfinale (3. bis 7. Mai) in der Hauptstadt.
Wie schon zwei Jahre zuvor in der Wettkampfklasse III kam der Gegner im entscheidenden Spiel vom Gymnasium Nieder-Olm. Aber nicht nur der Gegner war identisch. Auch beim Ergebnis von 12:10 und dem spannenden Verlauf zeigten die Partien, zwischen denen 24 Monate lagen, Parallelen.
War es vor zwei Jahren Benjamin Ohl, der mit seinen fünf Toren maßgeblichen Anteil an der zwischenzeitlichen Führung von 8:6 hatte, so netzte diesmal Paul Ohl seine ersten sechs Versuche ein und sorgte somit für eine 8:6 Pausenführung. Logische Konsequenz aus der Treffsicherheit des Spielmachers war eine Manndeckung gegen ihn, die allerdings Lücken in die Abwehr der Rheinhessen riss. Diese wusste wiederum Benjamin Ohl zu nutzen und setzte vor der Pause Tom Mittler von Linksaußen und Philip Würz am Kreis in Szene, die beide eiskalt verwandelten. Mit Beginn der zweiten Hälfte kam der Angriffsmotor der Lahnstädter etwas ins Stocken. Klare Chancen wurden liegengelassen, so dass Nieder-Olm zwischenzeitlich zum 8:8 egalisieren konnte. Doch die Holzheimer Ballwerfer in Diensten des SHG besannen sich ihrer Stärken und legten ihrerseits wieder zwei Tore vor. Besonders freute sich Trainer Ohl über das 9:8 von Lewin Rutkowski, der von seiner ungewohnten Position auf Rechtsaußen keine Nerven zeigte. Nieder-Olm verkürzte wieder, ehe von der anderen Außenposition Tom Mittler mit einem Heber den alten Abstand wiederherstellte. Wer gedacht hat, die Begegnung wäre nun entschieden, der hatte weit gefehlt. Es kam zum erneuten Anschlusstreffer  und die Rheinhessen stellten eine Minute vor dem Abpfiff auf eine Manndeckung um. Die SHG´ler ließen sich nicht lange bitten und nahmen die Freiräume dankend an. Paul Ohl war es vorbehalten, den letzten Treffer zum verdienten 12:10-Erfolg zu erzielen. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Abwehrreihe um Chef Philip Würz in der zweiten Halbzeit Beton anrührte und so einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leistete.
Besondere Ehre: „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ ist der größte Schulsportwettbewerb der Welt und feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Dazu gratulierte in der Arena Trier auch die Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. Julius Quint und Niki Buss nahmen stellvertretend für die Mannschaft aus den Händen der Ministerin und der sechsfachen Bahnrad-Weltmeisterin und Olypiasiegerin Miriam Welte die Urkunde und die Medaillen in Empfang.
Für die ältesten Spieler des Jahrgangs 2003 ist das Bundesfinale nun der letzte Auftritt in den Farben des SHG, da im Wettkampf I keine Spiele mehr ausgetragen werden.  Philip Würz, Benjamin und Paul Ohl können auf eine sicherlich einzigartige Erfolgsgeschichte in ihrer Schullaufbahn zurückblicken. Sieben Mal gingen sie mit ihren Mannschaften bei JtfO an den Start und sieben Mal holten sie den Landesmeistertitel. Drei Mal davon in der jüngsten Altersklasse, in der kein Bundesfinale vorgesehen ist. Aber auch Philipp Waldforst, Tom Mittler und Lewin Rutkowski blicken auf fünf Landestitel zurück. Jetzt bleibt abzuwarten, welche Leistungssportzentren und Mannschaften aus Nachwuchszentren von Handball-Bundesligisten in der Vorrunde in Berlin auf die Grafenstädter treffen und ob ein 5. Platz wie vor zwei Jahren wiederholt werden kann.
Folgende Spieler aus den Reihen der C- und B-Jugendmannschaften des TuS Holzheim vertraten das SHG in Trier: Yannis Ferdinand, Philipp Waldforst, Tom Mittler, Konstantin Schnatz, Lewin Rutkowski, Joshua Nied, Paul Ohl, Benjamin Ohl, Philipp Würz, Julius Quint und Nicolas Buss.

 

 

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