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Unser Italien-Austausch in Mailand – Tag für Tag im Rückblick
Eine Woche voller Begegnungen, neuer Eindrücke und unvergesslicher Momente liegt hinter uns. Unser erster Italien-Austausch mit der Scuola Secondaria di I grado Confalonieri in Mailand war für alle Beteiligten ein echtes Abenteuer.
Unsere Schülerinnen und Schüler haben nicht nur den italienischen Schulalltag kennengelernt, sondern auch das Leben in Gastfamilien erlebt, neue Freundschaften geschlossen und beeindruckende Orte wie den Mailänder Dom, das Teatro alla Scala und den Comer See entdeckt.
Hier könnt ihr noch einmal Tag für Tag nachlesen, was unsere Gruppe während dieser besonderen Woche erlebt hat – mit vielen Eindrücken, kleinen Abenteuern und ganz viel italienischem Lebensgefühl.
Und eines ist sicher:
Wir freuen uns schon jetzt auf den Gegenbesuch unserer italienischen Freunde in Diez – a presto a Diez!
Tag 1 | Anreise (01.03.2026)
6.00 Uhr morgens am Bahnhof in Limburg: Alle sind pünktlich da – wenn auch noch etwas verschlafen. Mit gepackten Koffern, dicken Jacken und einer ordentlichen Portion Vorfreude startet das Abenteuer Richtung Italien.
Die erste Etappe nach Frankfurt verläuft reibungslos. Am Frankfurter Hauptbahnhof bleibt sogar noch Zeit für eine kleine Fotosession vor der Weiterfahrt. Ein kleines Detail sorgt dabei für Schmunzeln: Herr Gürth hat tatsächlich die Italienflagge vergessen – doch Frau Neumann gleicht das mit ihrem perfekt gewählten Italien-T-Shirt mühelos aus.
Im Zug Richtung Mailand können die begleitenden Lehrkräfte das erste Mal kurz durchatmen: Alle sind an Bord. Während draußen bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel die Landschaft vorbeizieht, vertreiben sich die Schülerinnen und Schüler die Zeit mit Schminken, Spielen, Lesen, Musik hören und einem ausgiebigen Frühstück.
Doch kein Austausch startet ohne ein kleines Drama: Zwischen Offenburg und Freiburg kommt es zu einem Notfalleinsatz – die Weiterfahrt ist zunächst ungewiss. Die Stimmung kippt kurzzeitig, Pläne werden im Kopf neu gerechnet. Nach 1 Stunde und 40 Minuten die erlösende Nachricht: Entwarnung, der Zug fährt weiter.
Die nächste Überraschung folgt allerdings kurz vor Basel: Durchsage – keine Weiterfahrt nach Mailand möglich. Also Plan B: Umsteigen in Basel mit Ziel Lugano. Dort wartet die nächste Herausforderung – vier Minuten Umsteigezeit! Doch die Gruppe meistert auch das vorbildlich.
Der nächste kleine „Schock“ – zumindest für viele Schülerinnen und Schüler: In der Schweiz gibt es kaum WLAN und die Roaminggebühren sind unklar. Plötzlich wird es lauter im Zug. Die Anspannung steigt spürbar, denn nun rückt die Ankunft immer näher.
Um 17.20 Uhr dann endlich das Ziel: Ankunft am Bahnhof Milano Centrale. Auf dem Gleis wird die Gruppe aus Diez herzlich von den beiden italienischen Lehrkräften empfangen. Im Erdgeschoss warten bereits die Gastfamilien.
Unter Applaus werden unsere Schülerinnen und Schüler von ihren italienischen Austauschpartnern in Empfang genommen. Ein kleiner Willkommensgruß sorgt sofort für strahlende Gesichter und lässt die Herzlichkeit der italienischen Gastfreundschaft spürbar werden.
Nach diesem ereignisreichen Tag klingt der Abend in den jeweiligen Gastfamilien aus – mit vielen neuen Eindrücken, ersten Gesprächen auf Italienisch und ganz sicher jeder Menge Gesprächsstoff.
Was für ein Auftakt!
Tag 2 | Erster Schultag
Tag 3 | Drachenboot und Mailänder Geschichte
Der Tag beginnt – wie inzwischen schon gewohnt – mit dem morgendlichen Treffen in der Aula Magna. Beim täglichen Austausch berichten die Schülerinnen und Schüler von ihren abendlichen Erlebnissen in den Gastfamilien. Es wird viel gelacht, erzählt und verglichen – man merkt: Die Gruppe wächst immer mehr zusammen.
Von 9 bis 11 Uhr nehmen die Schülerinnen und Schüler aus Diez erneut am Unterricht teil. Im Deutschunterricht dreht sich alles um die Uhrzeit und die richtige Aussprache. Ein besonderes Highlight folgt direkt im Anschluss: Gemeinsam wird der Klassiker „Bruder Jakob“ gesungen – begleitet von Herrn Gürth an der Mundharmonika. Ein Moment, der für viel Freude sorgt und zeigt, wie Musik verbindet.
Danach sind die SHG-Schülerinnen und -Schüler selbst an der Reihe: In englischer Sprache präsentieren sie Diez, das Lahntal und das Sportangebot am SHG. Souverän und selbstbewusst stellen sie ihre Heimat vor und beantworten Fragen der italienischen Mitschüler und Mitschülerinnen.
Nach dem Unterricht wartet ein sportliches Abenteuer: Dragonboat fahren!
Nach einer Einweisung werden Kommandos und Zahlen zunächst lautstark als Gruppe im Boot geübt – und auch direkt umgesetzt. Es folgt ein Probelauf auf „kleinem“ Gewässer, bevor es mit Highspeed auf den Kanal geht. Mit kräftigen Paddelschlägen, lautem Rhythmus und bester Stimmung sorgt die SHG-Abordnung dabei auch für beste Unterhaltung bei den am Ufer entlangspazierenden Italienern. Eine großartige Gruppenerfahrung, die Teamgeist, Koordination und jede Menge Spaß vereint.
Zwar etwas nass, aber sichtbar stolz und glücklich geht es anschließend in die Mittagspause. Bei italienischer Sonne und frühlingshaften Temperaturen wird draußen gegessen, entspannt und gelacht.
Am Nachmittag holt die Klasse 3B die Gäste zu einem Stadtspaziergang ab. Die Route führt vom Stadtteil Navigli bis zur Piazza del Duomo. Unterwegs werden mehrere Stopps eingelegt: an der Basilica di Sant'Eustorgio, einer der ältesten Kirchen Mailands, im römischen Teil der Stadt mit einer Konstantin-Statue sowie an den antiken Säulen der Colonne di San Lorenzo. Geschichte wird hier greifbar.
Schließlich erreichen die Schülerinnen und Schüler den zentralen Platz – und dort empfängt sie der mit weißem Marmor strahlende Mailänder Dom. Fast scheint es, als würde er die Diezer Delegation persönlich anstrahlen. Es entstehen unzählige Fotos: als Gruppe, zu zweit, allein – einfach ein beeindruckender Moment.
Professoressa (Lehrerin) Morelli übernimmt die Rolle der Stadtführerin, während ihre Schülerinnen und Schüler der 3B das Gesagte ins Englische übersetzen. Eine tolle Gelegenheit, auch mit den älteren italienischen Schülerinnen und Schülern intensiv ins Gespräch zu kommen.
Zurück geht es ganz entspannt mit der Tram zur Schule. Ein kleiner Funfact am Rande: Herr Gürth kennt den Mailänder Nahverkehr inzwischen wie seine Westentasche – schließlich hat er diesen nun mit diversen „Extrarunden“ ausführlich getestet.
Am Abend kehren alle wieder in ihre Gastfamilien zurück.
Und wir sind schon jetzt gespannt auf morgen – denn dann wartet ein besonderes Highlight: der Comer See.
Tag 4 | Comer See
Heute steht ein ganz besonderer Tag auf dem Programm – nicht nur für die Gäste aus Diez, sondern auch für die italienischen Schülerinnen und Schüler. Denn während es am SHG zwei Wandertage gibt, haben sie hier normalerweise nur einen einzigen pro Schuljahr. Umso größer ist die Vorfreude auf den gemeinsamen Tagesausflug an den Comer See.
Der Tag beginnt früh: Treffpunkt ist der Hauptbahnhof in Mailand, von wo aus die Gruppe gemeinsam mit dem Zug Richtung See fährt. Ziel ist zunächst das idyllische Varenna. Schon bei der Ankunft zeigt sich die beeindruckende Landschaft rund um den See.
Doch bevor es gemütlich wird, steht erst einmal ein sportlicher Aufstieg an: Es geht hinauf zum Castello di Vezio. Der Weg ist steil, anstrengend und ziemlich sportlich – entsprechend hört man unterwegs immer öfter die Frage: „Wie weit ist es noch?“ Die Schülerinnen und Schüler pusten ganz schön, aber am Ende erreichen alle stolz das Ziel.
Oben angekommen gibt es zunächst einen kleinen Snack zur Stärkung. Dann entdecken die professori (Lehrerkräfte) einige Verkleidungsutensilien und lassen sich nicht lange bitten: Kurzerhand verwandeln sie sich in mittelalterliche Figuren und spielen den Kindern eine kleine Szene vor. Nach großem Applaus dürfen natürlich auch die Schülerinnen und Schüler selbst in die Kostüme schlüpfen – ein großer Spaß für alle.
Anschließend wird die Burg erkundet. Neben der historischen Anlage gibt es einen Kräutergarten, eine beeindruckende Panoramaterrasse und viele kleine Stationen zum Ausprobieren und Entdecken.
Nach einem weiteren Mittagssnack beginnt die eigentliche Wanderung: Auf einem Panoramaweg geht es rund eineinhalb Stunden entlang der Hänge des Sees Richtung Bellano. Der Weg führt durch Olivengärten, über Stock und Stein – immer mit Blick auf das glitzernde Wasser des Sees. Ein faszinierender Kontrast zeigt sich in der Natur: Während auf den Bergspitzen noch Schnee liegt, blühen unten am See bereits die ersten Mimosen.
In Bellano angekommen wird zunächst eine beeindruckende Schlucht erkundet, anschließend besuchen die Schülerinnen und Schüler Museen mit zeitgenössischer Kunst. Nach so viel körperlicher Aktivität bekommt nun auch der Kopf noch einmal neuen Input.
In der Nebensaison wirkt Bellano angenehm ruhig und fast ein wenig verschlafen. Trotzdem darf ein echtes italienisches Highlight nicht fehlen: Nach dem Museumsbesuch gibt es für alle ein originales italienisches Eis. Che buono!
Nach einer ausgiebigen Runde auf dem Spielplatz und einem spontanen Fußballspiel folgt noch ein gemeinsamer Pizza-Imbiss. Doch damit ist der sportliche Teil des Tages noch nicht vorbei: Einige müssen plötzlich einen ordentlichen Sprint hinlegen, um den Zug für die Rückfahrt rechtzeitig zu erreichen. Auch Frau Neumann und Herr Gürth verbessern dabei ganz nebenbei ihre persönlichen Sprintzeiten.
Kurz vor der Abfahrt wird es noch einmal spannend: Das Gleis wird im letzten Moment geändert – also wieder rennen! Eine kurzzeitig verlorene Europaflagge und ein vergessenes Portemonnaie spielen an diesem Tag nur Nebenrollen – am Ende geht alles gut aus.
Um 19.30 Uhr endet der ereignisreiche Ausflug schließlich am Bahnhof Milano Centrale, wo die italienischen Gastfamilien bereits warten.
Das Fazit des Tages: 18 Kilometer gewandert, müde Füße – aber ein großartiger Ausflug mit beeindruckender Natur, viel Teamgeist und neu gesetzten sportlichen Maßstäben.
Tag 5 | Teatro alla Scala
Der Morgen beginnt heute mit gemischten Gefühlen – zumindest für Frau Neumann. Die Spuren des gestrigen Wandertages sind deutlich zu spüren: Füße und Knie melden sich lautstark zu Wort. Doch die Neugier auf den neuen Tag ist stärker als jeder Muskelkater.
Auf dem Programm steht heute Sportunterricht – Beachvolleyball. Doch bevor der erste Ball geschlagen wird, wartet eine ganz andere Herausforderung: der Mailänder Nahverkehr zur morgendlichen Rushhour. Schnell wird klar, dass die „Gangart“ in Italien eher zügig als gemütlich ist. Zwischen Metro, Treppen und Bahnsteigen kommt die Diezer Gruppe bereits ordentlich auf Betriebstemperatur. Frau Neumann und Herr Gürth haben ihre Rollen inzwischen gefunden – als zuverlässige „Tempomacher“ an der Spitze der Gruppe.
In der Beachvolleyballhalle angekommen werden die Schülerinnen und Schüler zunächst von einem Trainer in die Technik eingeführt. In Zweiergruppen wird gebaggert, gepritscht und geübt, bevor es schließlich ernst wird: In deutsch-italienisch gemischten Teams treten die Schülerinnen und Schüler gegeneinander an. Ein sportlicher und zugleich verbindender Moment – ein tolles Geschenk von der italienischen Schule. Grazie mille!
Nach dem sportlichen Auftakt geht es zurück zur Schule – der „normale“ Unterricht wartet. Die SHG-Schülerinnen und -Schüler halten weitere Präsentationen über ihre Schule und ihre Heimatstadt Diez. Frau Neumann übernimmt eine Geographiestunde auf Deutsch zum Thema Mittelgebirge, während in Kleingruppen mit einer 6. Klasse intensiv Deutsch geübt wird – sehr zur Freude der italienischen Schülerinnen und Schüler. Auch Herr Gürth ist wieder voll im Einsatz: Im Englischunterricht wird gesungen, und im Informatikunterricht lernt er selbst noch etwas Neues über „Google Maps“.
Die Mittagspause wird – ganz italienisch – kulinarisch genossen. Die liebevoll gepackten Lunchpakete der italienischen Gastmamas sorgen erneut für Begeisterung. Neben dem Essen bleibt sogar noch Zeit für eine kleine kreative Aktion: Die Gruppe probt heimlich eine „Gute-Laune“-Tanzeinlage, die morgen als Überraschung präsentiert werden soll.
Am Nachmittag steht ein kulturelles Highlight auf dem Programm: die Besichtigung der weltberühmten Teatro alla Scala. Das Opernhaus gilt als eines der bedeutendsten und renommiertesten der Welt. Besonders das Museum beeindruckt mit marmornen Sälen, historischen Ausstellungsstücken und vielen Originalobjekten. Auch ein Blick in den prunkvollen Zuschauerraum mit seinen eleganten Logen sorgt für große Augen. Ein besonderes Detail, das vielen in Erinnerung bleibt: das ausgestellte Schwert Napoleons. Der reich dekorierte Innenraum der Scala lässt so manchen Mund vor Staunen offen stehen – ein eindrucksvoller Abschluss des kulturellen Programms.
Zurück an der Schule werden die Diezer Schülerinnen und Schüler wieder von ihren Gastfamilien abgeholt. Der Abend wird sicherlich erneut mit leckerem italienischem Essen ausklingen.
Das Resümee des Tages: ein kaputtes Smartphone, Nasenbluten, ein vergessener Turnbeutel, eine persönliche Einladung zum Mittagessen mit dem Schulleiter – und Herr Gürths „Witz des Tages“ (ein kleiner Insider).
Frau Neumann ist sich inzwischen auch ziemlich sicher, dass die SHG-Schülerinnen und -Schüler das Wort „ANDIAMO!“ – „Auf geht’s!“ mittlerweile sogar schon in ihren Träumen hören.
Tag 6 | Letzter Schultag
Der letzte Tag in der italienischen Schule beginnt musikalisch. In der gemeinsamen Musikstunde haben die italienischen Schülerinnen und Schüler ein Lied vorbereitet, das die SHG-Gruppe bisher noch nie gehört hat. Gemeinsam wird „Auf dem Jahrmarkt des Ostens“ (Alla fiera dell'est) – auf Deutsch und Italienisch – gesungen. Der Text wirkt zunächst etwas ungewöhnlich, doch nach und nach erschließt sich den Diezer Schülerinnen und Schülern die Bedeutung: Das Lied beschreibt den Kreislauf des Lebens. Spätestens beim gemeinsamen Singen wird deutlich, wie Musik auch über Sprachgrenzen hinweg verbindet.
Der emotionale Höhepunkt folgt direkt danach: Gemeinsam singen alle „Freude schöner Götterfunken“ – auf Deutsch, Englisch und Italienisch. Für Frau Neumann ein echter Gänsehautmoment. Das gemeinsame Singen der Europahymne wird zu einer kleinen Hommage an Europa und daran, wie wichtig Begegnungen und Austausch zwischen jungen Menschen sind.
Doch damit ist die gute Stimmung noch lange nicht vorbei. Anschließend folgt die vorbereitete Überraschung der SHG-Gruppe. In der Aula Magna wird getanzt. Dank des eingängigen Textes eines deutschen Karnevalsliedes "...oben gute Laune, unten gute Laune,...." verstehen auch die italienischen Schülerinnen und Schüler schnell, worum es geht – und machen begeistert mit. Die Stimmung könnte kaum besser sein.
In der folgenden Stunde wird ausführlich reflektiert und „gefeedbackt“. Alle sind sich einig: Der Austausch war eine tolle Gelegenheit, eine einmalige Möglichkeit und eine besondere Erfahrung – und das in vielerlei Hinsicht.
Die Einblicke in eine andere Kultur, ein anderes Schulsystem und vor allem in den Alltag der Gastfamilien haben den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie wertvoll Offenheit gegenüber Neuem ist. Viele berichten, dass sie dadurch mehr Respekt und Verständnis für andere Lebensweisen gewonnen haben.
Auch sprachlich hat sich einiges getan: Der italienische Wortschatz ist deutlich gewachsen – vor allem ein Wort bleibt den Diezern besonders im Gedächtnis: „ANDIAMO!“
Die italienischen Schülerinnen und Schüler zeigen großen Respekt für ihre Gäste. Sie finden es sehr mutig, in diesem jungen Alter ins Ausland zu reisen und eine Woche bei einer fremden Familie zu leben. Ein tolles Kompliment für die SHG-Gruppe.
Ein besonders großes Lob erhalten auch die Gastfamilien. Ihr Interesse, ihre Fürsorge und ihre Herzlichkeit werden von allen Seiten hervorgehoben. Vor allem die Gastmamas, die sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht hatten, haben ihre Gäste immer wieder mit einem ganz einfachen Rezept zum Strahlen gebracht: MANGIARE.
Und damit bestätigt sich eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Austauschs: Essen ist, wie bereits mehrfach erwähnt, in Italien eine sehr wichtige Sache.
Nach so vielen gemeinsamen Momenten ist es anschließend Zeit für etwas Freizeit. Beim Souvenirshopping zeigt sich, dass Mailand als internationale Shoppingmetropole einiges zu bieten hat – bisher war dafür schlicht keine Zeit gewesen.
Am Nachmittag folgt noch einmal Kulturprogramm: die Besichtigung des beeindruckenden Castello Sforzesco. Die Führung findet sogar auf Deutsch statt. Die SHG-Schüler überraschen dabei die Reiseleiterin mit ihrer bemerkenswerten Kreativität, immer wieder neue Sitzmöglichkeiten im Museum zu entdecken. Nach den vielen gelaufenen Kilometern der letzten Tage sei ihnen das allerdings verziehen.
Der Höhepunkt des letzten gemeinsamen Abends steht jedoch noch bevor: gemeinsames Pizzaessen mit allen Beteiligten:
Der letzte gemeinsame Abend in Mailand hat noch einmal alles übertroffen. Ein ganz besonderes Ereignis stand auf dem Programm: 70 italienische und 22 deutsche Schülerinnen und Schüler, Eltern, Geschwister und Lehrkräfte gehen gemeinsam Pizza essen – che spettacolo!
Im Restaurant erwartet die Gruppe eine lange, festlich gedeckte Tafel für alle Austauschkinder. Die Gasteltern und Geschwister sitzen an mehreren weiteren Tischen. Alles ist liebevoll dekoriert und vorbereitet – doch eine Herausforderung bleibt: fast 90 Pizzen gleichzeitig zu servieren.
Die Restaurantküche kommt dabei ordentlich ins Schwitzen, und so muss das Essen schließlich in mehreren Etappen serviert werden. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das: warten. Und das fast zwei Stunden lang – gar nicht so einfach, wenn der Hunger nach einem langen Tag groß ist.
Doch langweilig wird es niemandem. Die Zeit vergeht mit Schnattern, Lachen, Umarmungen, Witzen, lebhaften Gesprächen und viel Gestikulieren. Es ist laut, lebendig und temperamentvoll – typisch italienisch eben.
Dann endlich ist es so weit: Pizza, so weit das Auge reicht. Jede neue Lieferung aus der Küche wird von den hungrigen Jugendlichen fast wie bei einer kleinen „Raubtierfütterung“ in Sekunden aufgeteilt und verputzt. Ob Margherita, Salami oder Schinken und Pilze – alles schmeckt hervorragend. Era buonissimo!
Besonders schön: Alle „deutschen“ Extrawünsche wurden berücksichtigt, sodass wirklich jedes Kind am Tisch mit einem breiten Grinsen im Gesicht seine Lieblingspizza genießen kann.
Als Überraschung folgt zum Abschluss noch ein Dessert: Nutella-Pizza – ein süßer Höhepunkt des Abends.
Gegen 22 Uhr beginnt schließlich das emotionale Abschiedsspektakel. Viele Umarmungen, viele Fotos – und auch ein wenig Wehmut liegt in der Luft. Die Gasteltern hätten ihre deutschen Gäste am liebsten eingeladen, doch Frau Neumann erklärt auf Italienisch sehr diplomatisch, warum dies nicht möglich ist.
Als kleines Dankeschön und Abschiedsgeschenk überreichen die Diezer Schülerinnen und Schüler den Gastmamas jeweils eine Rose. Ein wunderschöner Moment – und der perfekte Auftakt für eine große Fotosession, denn Herr Gürth möchte möglichst viele dieser glücklichen Gesichter festhalten.
Was für ein toller Abend!
Doch lange bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Für die Schülerinnen und Schüler aus Diez heißt es nun zurück zu den Gastfamilien – Koffer packen. Denn die Rückreise beginnt bereits am nächsten Morgen um 6.30 Uhr am Bahnhof.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Heimreise gut klappt – vielleicht sogar ohne Zwischenfälle. Wir sind gespannt!
Tag 7 | Arrivederci Mailand (07.03.2026)
Die letzte Nacht in Mailand fällt kurz aus. Bereits um 6.30 Uhr ist Treffpunkt am Bahnhof Milano Centrale. Noch etwas verschlafen, aber voller Eindrücke der vergangenen Woche, sammeln sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Koffern auf dem Bahnsteig.
Kurz sorgt ein kleiner Schockmoment für Aufregung: Um 6.45 Uhr fehlt noch ein Kind. Die Gruppe schaut sich suchend um – doch schnell folgt die Entwarnung. Der Schüler wartet einfach am falschen Treffpunkt im Bahnhof. Erleichterung bei allen!
Die Verabschiedung mit den Gastfamilien fällt kurz, aber sehr herzlich aus. Da der innere Bereich des Bahnhofs ohne Ticket nicht betreten werden darf, bleiben viele Eltern draußen. Trotzdem gibt es noch einmal Umarmungen, Dankesworte und die klare Verabredung: „We will see us in September in Diez!“
Mit der Europaflagge vorneweg macht sich die Gruppe schließlich auf den Weg zu Gleis 8. Und dann folgt eine kleine Überraschung: Der Zug fährt tatsächlich pünktlich ab.
Die erwartete „Totenstille“ nach den anstrengenden Tagen bleibt allerdings aus. Stattdessen herrscht beste Stimmung im Zug. Es wird geschnattert, gespielt, Zöpfe geflochten, gegessen und gelacht. Einige nutzen die Fahrt für ein kleines Nickerchen, um die intensiven Tage zu verarbeiten.
Man merkt: Alle wirken glücklich, zufrieden und ein bisschen stolz auf das, was sie in Mailand erlebt haben – die neuen Eindrücke, die Gastfamilien, die Freundschaften. Gleichzeitig wächst auch die Vorfreude auf die eigenen Familien und das Zuhause.
In Zürich steigt die Spannung noch einmal kurz: Beim Gleiswechsel verliert sich die Gruppe für einen Moment aus den Augen, und auch ein schneller Kioskbesuch dauert etwas länger als geplant. Doch rechtzeitig und wieder vollständig wird der ICE nach Frankfurt bestiegen – und auch dieser Zug fährt planmäßig ab. Kaum zu glauben!
Doch kurz vor dem Ziel gibt es noch einmal einen kleinen Zwischenfall: Beim Umstieg in Frankfurt am Main rutscht einem Kind das Smartphone direkt ins Gleisbett. Für einen Moment stockt allen der Atem – doch ein Zugbegleiter reagiert blitzschnell und rettet das Handy. Große Erleichterung! „+1000 Aura“, würde Herr Gürth wahrscheinlich sagen.
Schließlich erreicht die Reisegruppe pünktlich den Bahnhof in Limburg an der Lahn. Dort warten bereits Eltern und Geschwister mit Applaus, Blumen und sogar einem selbstgebastelten Willkommensschild.
Die Freude über das Wiedersehen ist groß. Eine Woche voller Erlebnisse geht zu Ende – und der Abend wird sicherlich von vielen Geschichten, Fotos und Erinnerungen geprägt sein.
Doch ganz vorbei ist die Reise noch nicht: Morgen folgt noch ein „Best of“-Bericht von Frau Neumann.
Also bleibt gespannt!
Best of Italien-Austausch | Frau Neumanns Highlights und Erkenntnisse
Nach einer intensiven, erlebnisreichen Woche in Mailand und bei der Scuola Secondaria di I grado Confalonieri hat Frau Neumann noch einmal ihre persönlichen Highlights, Beobachtungen und kleinen Anekdoten aus dem Austausch gesammelt.
Die folgenden Punkte sind nicht chronologisch – sondern spiegeln einfach die vielen kleinen Momente wider, die diese Reise so besonders gemacht haben:
Ein Kind hat gleich drei Jacken bei seiner Gastfamilie vergessen. Offensichtlich hat es sich dort sehr wohlgefühlt.
Viele Schülerinnen und Schüler hatten am Abreisetag einen extra Beutel voller italienischer Spezialitäten dabei – liebevoll vorbereitet von den Gastmamas.
Herr Gürth hat im Laufe der Woche mehrere Lieder auf der Mundharmonika gespielt und damit viele italienische Kinder und Kolleginnen und Kollegen beeindruckt.
Am letzten Tag verstehen die Schülerinnen und Schüler sogar Frau Neumanns berühmte Gesten ganz ohne Worte.
Auf der Packliste stand eindeutig: Rucksack mitnehmen.
Auf der Wanderung entdeckt Frau Neumann einen Rucksack mit italienischer Beschriftung und fragt nach. Die Erklärung: Der deutsche Rucksack war zu klein für das riesige italienische Lunchpaket der Gastmama. ;-)Beim Gruppenfoto heißt es nicht „Cheese“, sondern: „Bitte lächeln – 1, 2, 3 … ANGELI!“
Schülerzitat der Woche: „Mir tun so die Füße weh …“
Der tägliche Witz von Herrn Gürth gehört inzwischen fest zum Programm. Beispiel Donnerstagswitz:
„Wie heißt ein italienischer Türsteher? – Der Pasta auf!“Die kleine Europaflagge war zusammen mit Herrn Gürth immer vorne dabei – fast schon in perfekter Symbiose.
Einige Gastmamas hätten am liebsten Kinder „getauscht“.
Der Grund: Die deutschen Austauschschüler machen ihr Bett selbst, helfen beim Essen vorbereiten und räumen sogar die Spülmaschine ein.
→ Ein großes Kompliment für die Diezer Schülerinnen und Schüler!Schülerfrage der Woche: „Warum geht der Austausch eigentlich nicht zwei Wochen?“
Pädagogische Erkenntnis: Habt den Mut, den Kindern auch mal die Handys wegzunehmen!
Auffällig: Die Diezer Schülerinnen und Schüler fragen sehr oft nach dem genauen Plan:
Wann sind wir wo? Wie lange bleiben wir? Was machen wir dort?Beste Schülerfrage beim Gleiswechsel in Zürich: „Müssen wir beim Gleiswechsel Treppen steigen?“
Italienische Schulen können:
sehr laut sein
ein schwindelerregendes Treppenhaus besitzen
einen sehr wichtigen Hausmeister haben
und technisch ähnlich gut ausgestattet sein wie das SHG.
Schülerzitat: „Zugfahren ist so chillig!“
Für manche Schülerinnen und Schüler scheint WLAN überlebenswichtig zu sein.
Ein besonders schönes Feedback: „Meine italienische Gastfamilie war so nett und bemüht. Mir hat es sehr gefallen!“
Große organisatorische Frage für die Zukunft:
Wie kann der Gegenbesuch im September in Diez nur annähernd so erlebnisreich gestaltet werden wie diese Woche?Praktischer Tipp für zukünftige Austauschgruppen: Packt unbedingt eine Powerbank ein.
Klassiker kurz vor der Rückreise:
Schülerfrage: „Frau Neumann, schreiben wir eigentlich Dienstag die Geschichts-SAH?“ Antwort: „Natürlich!“Schülerzitat des Austauschs: „Der Austausch ist der Banger!“
Besonders in Erinnerung bleibt auch eine Aussage des Schulleiters der italienischen Partnerschule:
„Ein Austausch unter europäischen Schulen ist eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt.
Die jungen Menschen müssen – vor allem heute in diesen Zeiten – verstehen, wie glücklich sie sein können, gemeinsam in Europa leben zu dürfen. Diese Botschaft müssen wir ihnen vermitteln.“
Wir hoffen sehr, dass uns genau das mit diesem Austausch gelungen ist.
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