- 19.10.2026 Update Tag 4: Ciao Diez - Eine Woche Italien am SHG
- 15.10.2026 DELF – Die Erste Liebe: Frankreich!
- 25.09.2026 SHG-Treffen beim Pokalknaller in Wetzlar
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Update Tag 4: Ciao Diez - Eine Woche Italien am SHG
Endlich ist es so weit: Unsere italienischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartner aus Mailand sind zum Gegenbesuch am SHG!
Nach unserem ersten gemeinsamen Austausch in Italien im Frühjahr heißt es nun: Diez statt Milano – und eine Woche voller Begegnungen, Abenteuer und gemeinsamer Erlebnisse.
Was steht auf dem Programm? Neue Freundschaften, Schule am SHG, gemeinsame Ausflüge, spannende Entdeckungen und natürlich ganz viel Zeit, um die jeweils andere Kultur kennenzulernen.
Und weil bei einem Austausch garantiert jeden Tag etwas passiert, wollen wir euch wieder Tag für Tag mitnehmen: Was haben unsere Gäste erlebt? Welche Abenteuer warten auf die deutsch-italienische Gruppe? Und was passiert eigentlich, wenn Italien und Diez aufeinandertreffen?
Schaut deshalb regelmäßig vorbei und verfolgt unseren täglichen Ticker – wir berichten jeden Tag direkt aus dem Austausch!
Benvenuti a Diez – wir freuen uns auf eine unvergessliche gemeinsame Woche!
Tag 4 | Koblenz, Seilbahn und Schängel-Falle - Che giornata!
Der Wecker klingelte früh, und zwar noch vor Sonnenaufgang! Bereits um 7:30 Uhr trafen wir uns an der Schule, bereit für unseren großen Ausflug nach Koblenz. Während es draußen noch dunkel war, waren die Gespräche in der Gruppe längst in vollem Gange. Auf der Zugfahrt wurde eifrig über die Erlebnisse des vergangenen Abends berichtet, Fußballergebnisse von Bayern und Inter wurden diskutiert, Karten gespielt und natürlich wieder die mit Stolz präsentierten Lunchpakete ausgepackt. Wer dachte, dass nach den vergangenen aufregenden Tagen langsam Ruhe einkehren würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Che chiacchiere! Was für ein Geschnatter!
In Koblenz angekommen, machten wir uns auf den Weg zur Seilbahn. Vorneweg marschierte unsere Europaflagge, begleitet von der deutschen und der italienischen Flagge. Ein schönes Bild, das perfekt zu unserem Austausch passte! Für unsere Lehrkräfte bedeutete der Spaziergang allerdings auch eine kleine logistische Meisterleistung: Rund 40 Kinder mussten über zahlreiche Ampeln und schmale Gehwege sicher durch den Verkehr einer Großstadt geführt werden – und das, während die Gruppe fröhlich schnatterte und es überall etwas zu entdecken gab. Da waren gute Nerven und ein wachsames Auge gefragt!
Zum Glück spielte das Wetter mit. Zwar war es kühl, aber es regnete nicht, und zwischen den Wolken zeigten sich sogar ein paar Flecken blauen Himmels. Beste Voraussetzungen also für unser erstes großes Abenteuer des Tages: die Fahrt mit der Koblenzer Seilbahn!
Und die hatte es in sich! Hoch über dem Rhein schwebten wir in Richtung Festung Ehrenbreitstein. Mit jedem Meter, den wir an Höhe gewannen, wurde die Aussicht beeindruckender. Das Deutsche Eck, an dem Rhein und Mosel zusammenfließen, lag unter uns, und Koblenz breitete sich vor unseren Augen aus. Für viele war diese Fahrt ein ganz besonderes Erlebnis – schließlich sieht man eine Stadt nicht jeden Tag aus der Vogelperspektive! Che vista spettacolare! Was für eine Aussicht!
Oben angekommen, wartete bereits das nächste Highlight: eine Kostümführung mit Mr. Humphrey. In seiner Rolle als historische Persönlichkeit nahm er uns mit auf eine Reise ins 19. Jahrhundert und ließ die Festung aus der Perspektive dieser Zeit lebendig werden. Die Führung fand auf Englisch statt und war sprachlich durchaus anspruchsvoll. Doch unsere Schülerinnen und Schüler bewiesen, dass sie auch bei einer historischen Führung in einer Fremdsprache einiges verstehen und mitnehmen können. So wurde Geschichte nicht einfach nur erzählt, sondern anschaulich erlebbar gemacht.
Anschließend durften die Jugendlichen die Festung und ihre Ausstellungen noch einmal selbstständig in Kleingruppen erkunden. Dabei gab es viel zu entdecken, und die imposanten Mauern und Anlagen beeindruckten unsere Gäste ebenso wie die Aussicht auf das Rheintal.
Allerdings zeigte sich das Wetter auf der Festung inzwischen von seiner eher ungemütlichen Seite: Es war kalt und windig! Umso dankbarer waren wir, dass uns die Jugendherberge Koblenz einen großen, warmen Raum zur Verfügung stellte, in dem wir uns aufwärmen und unsere wohlverdienten Lunchpakete vertilgen konnten. Ein herzliches Dankeschön für diese unkomplizierte Hilfe!
Endlich war Zeit für ein entspanntes pranzo insieme – ein gemeinsames Mittagessen ganz im Zeichen der deutsch-italienischen Freundschaft. Die Lunchpakete wurden bestaunt, Speisen untereinander getauscht und natürlich ausführlich kommentiert. Was hat die deutsche Gastfamilie eingepackt? Welche Spezialitäten sind dabei? Und wer hat wohl das größte Lunchpaket? Auch heute zeigte sich: Essen verbindet! Zwischen belegten Broten, süßen Snacks und neugierigen Probierhäppchen wurde wieder viel gelacht und erzählt.
Nach der Mittagspause ging es mit der Seilbahn wieder hinunter in die Stadt. Unten angekommen, standen zwei weitere bekannte Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: das Deutsche Eck und der Schängelbrunnen in der Koblenzer Altstadt. Frau Neumann übernahm dabei – ganz passend zu ihrem Fach – die historische Einordnung und versorgte die Gruppe mit interessanten Hintergrundinformationen.
Doch beim Schängelbrunnen ging es nicht nur um Geschichte! Wer den Brunnen kennt, weiß, dass der kleine Schängel in unregelmäßigen Abständen völlig unerwartet Wasser spuckt. Und natürlich tappte auch einer unserer italienischen Gäste in die berühmte "Schängel-Falle"! Plötzlich gab es eine unfreiwillige Dusche – und die gesamte Gruppe musste herzlich lachen. Besonders passend: Unser unfreiwillig nasser Italiener erwies sich damit selbst als echter kleiner Schängel! Ein Moment, der sicher noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird.
Danach stand etwas auf dem Programm, worauf sich viele besonders gefreut hatten: Freizeit zum Shoppen! Zum ersten Mal in dieser Woche konnten die Jugendlichen auf eigene Faust durch die Geschäfte bummeln. Besonders das Einkaufszentrum Forum hatte es ihnen angetan. Zwischen den Läden wurden kleine Souvenirs für zu Hause entdeckt und gekauft: Biergläser, Ansichtskarten, Magnete und andere Erinnerungsstücke an unseren gemeinsamen Ausflug. Schließlich möchte man Familie und Freunden ja etwas aus Deutschland mitbringen!
Doch so schön der Nachmittag auch war, gegen Ende gab es nochmal negative Schwingungen. Die Rückfahrt stand an, und plötzlich mussten wir uns ordentlich beeilen, um unseren Zug zu erreichen. Es wurde gerannt, angefeuert und noch einmal alles gegeben. Dank einer sportlichen Höchstleistung unserer Gruppe kamen schließlich alle sicher am Bahnhof an. Puh, geschafft!
Für uns Lehrkräfte blieb dabei allerdings auch eine altbekannte Erkenntnis hängen: Absprachen, Belehrungen und das Einhalten von Regeln sind nicht einfach lästige Formalitäten, sondern manchmal tatsächlich entscheidend. Gerade bei einer großen Gruppe und einem straffen Zeitplan müssen alle mitdenken und zusammenarbeiten. Eine kleine Lektion fürs Leben – ganz ohne Arbeitsblatt!
Gegen 17 Uhr erreichten wir schließlich wieder Diez, wo die deutschen Gasteltern ihre Kinder in Empfang nahmen. Hinter uns lag ein langer, erlebnisreicher Tag, der allen viel geboten hatte: die beeindruckende Seilbahnfahrt, die mächtige Festung Ehrenbreitstein, eine spannende englischsprachige Führung, die hilfsbereite Jugendherberge, historische Eindrücke am Deutschen Eck und natürlich die unfreiwillige Begegnung mit dem Schängelbrunnen.
Doch wer nun dachte, dass damit der Tag beendet war, unterschätzte die Energie unserer Austauschgruppe gewaltig! Auch am Abend waren einige noch unterwegs. Manche gingen gemeinsam zum Italiener essen – italienische Küche in Deutschland, sozusagen ein kleines Stück Heimat. Andere ließen den Tag beim Bowling ausklingen. Offenbar war nach all den Höhenmetern und den sportlichen Einlagen am Bahnhof noch genügend Kraft für weitere Aktivitäten vorhanden!
Che giornata! Was für ein Tag! Koblenz hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt, und unsere italienischen Gäste konnten eine weitere Facette ihrer deutschen Gastregion kennenlernen. Wir haben gemeinsam Geschichte entdeckt, Aussichten genossen, Souvenirs gekauft, Lunchpakete geteilt und über kleine Missgeschicke gelacht. Dabei sind wir nicht nur als Gruppe durch eine Stadt gelaufen, sondern haben wieder viele gemeinsame Erinnerungen gesammelt.
So langsam sind wir alle ziemlich platt – aber auf die beste Art und Weise: müde von all den Erlebnissen, Gesprächen und Eindrücken, die diese Woche so besonders machen. Und wenn selbst eine unfreiwillige Dusche am Schängelbrunnen zum gemeinsamen Highlight wird, dann wissen wir: Wir sind mittendrin in einer wirklich gelungenen Austauschfahrt!
A domani – bis morgen! Mal sehen, welches Abenteuer als Nächstes auf uns wartet.
Tag 3 | Zwischen Schulbank, Dom und italienischer Gastfreundschaft - Che casino!
Der dritte Tag unseres deutsch-italienischen Austauschs begann standesgemäß in unserem mittlerweile fest etablierten italienischen Wohnzimmer: La casa in O112! Schon in der ersten Stunde gab es unglaublich viel zu erzählen: Was gab es gestern Abend zu essen? Wer hat was unternommen? Wer war bowlen, wer hat Fußball geschaut und wer hat vielleicht sogar eine Runde auf dem Rollercoaster des Oktoberfests gedreht? Die Geschichten überschlugen sich förmlich. Und wer einmal erleben möchte, wie laut eine italienische Klasse sein kann, wenn sie sich nach einem aufregenden Tag austauscht, der hätte heute Morgen einfach nur die Tür zu O112 öffnen müssen. Sagen wir es so: Im Vergleich dazu wirkt ein deutsches Klassenzimmer manchmal wie eine Bibliothek! Mamma mia, che casino!
Danach ging es wieder in den Unterricht. Unsere italienischen Gäste hielten Präsentationen auf Englisch und arbeiteten gemeinsam mit den deutschen Schülerinnen und Schülern in Gruppen zum Thema New York. Auch im Deutsch- und Mathematikunterricht konnten sie erleben, wie der Schulalltag am SHG abläuft. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie unkompliziert Begegnungen sein können, wenn man offen aufeinander zugeht – auch wenn nicht immer jedes Wort sofort verstanden wird. Besonders schön: Die italienischen Gäste fühlten sich von unseren deutschen Lehrkräften bestens aufgenommen. An dieser Stelle also: Ein großes grazie an alle Kolleginnen und Kollegen, die den Austausch so herzlich begleiten!
Die sechste Stunde brachte dann eine kleine Überraschung: Weil der Unterricht ausfiel, wurde die Leseecke kurzerhand zum internationalen Spielezimmer. Deutsche und italienische Schülerinnen und Schüler saßen gemeinsam über dem Monopoly-Spielbrett und bewiesen, dass man auch ohne perfekte Sprachkenntnisse hervorragend handeln, verhandeln und sich gegenseitig über den Tisch ziehen kann. Ob auf Deutsch, Italienisch oder mit viel Gestik – der Spaß war garantiert!
Doch der Tag hielt noch ein ganz besonderes Programm bereit. Nach dem zweiten Schultag machten wir uns gemeinsam mit Martin Gürth und Hildegard Ludes zu Fuß auf den Weg nach Limburg. Frau Ludes erwies sich dabei als perfekte Begleitung: Sie spricht fließend Italienisch und kennt sich in der Region bestens aus. So ging es für unsere italienischen Gäste ins hessische „Ausland“, wo sie herzlich von Frau Vezzaro, Pastoralreferentin der italienischen katholischen Gemeinde St. Anna in Limburg, empfangen wurden.
Schon im Gemeindebüro wurden wir auf Italienisch begrüßt und mit Getränken und Süßigkeiten verwöhnt. Che accoglienza! Was für ein Empfang! Doch es blieb nicht nur bei netten Gesten und Leckereien. Frau Vezzaro nahm sich Zeit, den Jugendlichen die Geschichte der italienischen Einwanderung nach Deutschland näherzubringen. Vor allem in den 1960er-Jahren waren viele Italiener als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Insbesondere junge Männer aus Süditalien wurden von deutschen Industrieunternehmen als Arbeitskräfte angeworben. Was damals häufig als vorübergehender Aufenthalt gedacht war, wurde für viele zur neuen Heimat. Heute sind die Familien längst Teil unserer Gesellschaft und prägen das Leben in Deutschland mit.
Wie lebendig diese Verbindung bis heute ist, zeigte sich auch bei einer zufälligen Begegnung mit einem italienischen Marktverkäufer, der sofort mit unserer Gruppe ins Gespräch kam und sich begeistert über die deutsch-italienische Schulpartnerschaft zeigte. So wurde Geschichte ganz unmittelbar erfahrbar – nicht nur im Gespräch, sondern mitten im Alltag. Ein herzliches Dankeschön geht an die italienische Gemeinde in Limburg und besonders an Frau Vezzaro, die diesen Besuch mit viel Herzlichkeit und erstaunlich wenig Vorlauf möglich gemacht hat. Manchmal braucht es eben nur ein einziges Telefongespräch, um etwas Großartiges auf die Beine zu stellen. Wo ein Wille ist, ist ein Weg! Sprachbarrieren und Landesgrenzen lassen sich überwinden – besonders in einem vereinten Europa, in dem Frieden, Freiheit und gegenseitiges Verständnis keine Selbstverständlichkeit sind, sondern aktiv gelebt werden müssen.
Natürlich durfte auch der Limburger Dom nicht fehlen. Spontan wurde für unsere Gruppe sogar eine Führung auf Deutsch und Italienisch organisiert. Anschließend erkundeten die Jugendlichen in Kleingruppen die wunderschöne Altstadt. Dass sich dabei auch das typisch deutsche Herbstwetter von seiner regnerischen Seite zeigte, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
Neben dem Ausflug nach Limburg, gab es in den Gastfamilien natürlich ebenfalls wieder einiges zu erleben. Das Thema Essen blieb dabei ganz oben auf der Tagesordnung. Die italienischen Lunchpakete waren teilweise so üppig, dass man sich fragen musste, ob die Kinder für einen Schultag oder für eine mehrtägige Expedition ausgerüstet worden waren. Neben den üblichen Verdächtigen wie Süßigkeiten und Snacks sorgten auch Nuggets della nonna für Gesprächsstoff. Wenn die Nonna ihre Kochkünste ins Spiel bringt, wird es eben ernst!
Auch kulinarische Experimente gehörten dazu: Ein deutsches und ein italienisches Kind probierten gemeinsam Kokosnusswasser. Ein kleines Geschmacksexperiment, das für reichlich Unterhaltung sorgte. Andere Familien entdeckten die Vielfalt des Essens bei einem Besuch im chinesischen All-you-can-eat-Restaurant mit bunten Speisen – colori, sapori e tante nuove esperienze! Und natürlich wurde auch zu Hause wieder gespielt, gemalt und gelacht: Würfelspiele, Scrabble und UNO sorgten dafür, dass die deutsch-italienische Verständigung ganz nebenbei weiter geübt wurde.
Zwischendurch gab es auch die eine oder andere kleine Alltagsgeschichte, die man so schnell nicht vergisst. Ein italienischer Junge hatte beispielsweise Pech mit seiner Brille, die kaputtging. Zum Glück kümmerte sich seine Gastmama liebevoll um das Problem. Und er war sich, trotz kaputter Brille sicher, das schönste Bett in ganz Diez ergattert zu haben. Ob das wirklich stimmt, müssten wir wohl erst noch in einer offiziellen Umfrage unter allen Gastfamilien klären!
Für einen besonders großen Schreckmoment sorgte eine andere Geschichte: Ein italienisches Mädchen wachte früh morgens ohne ihre Brille auf und entdeckte im Flur eine Gestalt in Uniform. Für einen kurzen Moment dachte sie, Einbrecher oder Räuber seien im Haus! Erst als sie ihre Brille aufsetzte, erkannte sie, dass es sich um den Vater ihrer Gastfamilie in seiner Uniform handelte. Che spavento! Was für ein Schreck am frühen Morgen – und was für eine Geschichte, über die man später hoffentlich gemeinsam lachen kann!
Am Abend wurde das Programm schließlich wieder ganz unterschiedlich gestaltet. Einige Familien gingen gemeinsam bowlen oder schauten Fußball, andere ließen den Tag bei Brett- und Würfelspielen ausklingen. Und wer dachte, nach einem langen Schultag sei endlich Ruhe angesagt, hatte die Rechnung ohne die Energie unserer Austauschgruppe gemacht. Denn bei UNO, Scrabble und anderen Spielen wurde weiter gelacht, diskutiert und natürlich auch um den Sieg gekämpft.
Che giornata! Der dritte Tag hatte wirklich alles zu bieten: Unterricht, internationale Gruppenarbeit, eine Reise in die Geschichte der italienischen Einwanderung, den Limburger Dom, kulinarische Entdeckungen und jede Menge kleine Geschichten aus den Gastfamilien. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass unser Austausch weit über das Kennenlernen einer anderen Sprache hinausgeht. Es geht um Menschen, um gemeinsame Erlebnisse und darum, einander besser zu verstehen.
Und wenn man am Ende eines solchen Tages feststellt, dass man gemeinsam Monopoly spielen, Kokosnusswasser probieren, über Missverständnisse lachen und sich sogar ohne Worte verständigen kann, dann ist das vielleicht schon genau das, was einen gelungenen Austausch ausmacht.
A domani – wir sind gespannt, welche Geschichten der nächste Tag für uns bereithält!
Tag 2 | Der erste Schultag - Che spettacolo!
Heute hieß es für unsere italienischen Gäste zum ersten Mal: Schulbank drücken am SHG! Doch bevor der deutsche Schulalltag so richtig losgehen konnte, brauchte es erst einmal einen Ort, an dem sich unsere Gäste heimisch fühlen konnten. In O112 wurde kurzerhand ein Raum mit dem Schriftzug „La casa“ versehen – das italienische Zuhause am SHG war geboren! Dort wurden zunächst die Erlebnisse des ersten Tages in den Gastfamilien ausgetauscht: Haustiere, Geschwister, Essen und alles, was sonst noch für Gesprächsstoff sorgte. Und natürlich durfte auch das italienische Temperament am frühen Morgen nicht fehlen: Che casino alla mattina! Was für ein Trubel am Morgen!
Anschließend stand die offizielle Begrüßung in der Aula auf dem Programm. Und die hatte es wirklich in sich! Als unsere italienischen Gäste die Aula betraten, erhoben sich alle Anwesenden und begrüßten sie mit einem kräftigen Applaus. Ein schöneres Zeichen dafür, dass sie nun Teil unserer Schulgemeinschaft sind, hätte es kaum geben können.
Was bei einer offiziellen Begrüßung natürlich nicht fehlen durfte, waren die Nationalhymnen Deutschlands und Italiens. Doch als Europaschule wollten wir noch ein bisschen mehr: So erklang auch die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ – und zwar gleich in drei Sprachen! Ein Moment, der selbst am SHG nicht alle Tage vorkommt. Der zweite Stellvertretende Schulleiter Michael Dejon stellte hinterher treffend fest: „So was gab’s am SHG noch nie!“
In seiner anschließenden Begrüßung auf Englisch wünschte er unseren Gästen, dass sie am Ende ihres Aufenthalts nicht nur sagen könnten, sie seien in Deutschland gewesen, sondern dass sie auch echte Freundschaften geschlossen hätten. Ein Wunsch, der wohl besser kaum zum Gedanken unseres Austauschs passen könnte.
Danach übernahm die Musiklehrerin Elvira Ivanchov die Regie und führte locker und schwungvoll durch das Programm. Der Unterstufenchor und zahlreiche einzelne Klassen präsentierten fröhliche Lieder, die Ensemble-AG von Frau Salome Reuscher zeigte ihr musikalisches Können und zum krönenden Abschluss begeisterte unser Mittelstufenchor die Gäste. Das Urteil der Italiener fiel eindeutig aus: Alle waren bravissimi – einfach großartig!
Nach so viel Musik wurde es Zeit, das SHG genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei einer Schulrallye entdeckten unsere Gäste den Innenhof, den Bereich „Chill and Work“, das Sekretariat und natürlich „Sophie's Wall of Fame“. Dabei lernten sie nicht nur die Schule kennen, sondern auch einige echte Herausforderungen der deutschen Sprache. Denn wer kann schon auf Anhieb Wörter wie „Orientierungsstufenschulhof“, „Klettgerüst“ oder „Fleischkäsebrötchen“ fehlerfrei aussprechen? Das Quiz von Frau Neumann wurde jedenfalls erfolgreich gemeistert – complimenti!
Anschließend durften unsere italienischen Gäste auch den ganz normalen Unterrichtsalltag kennenlernen. In Fächern wie Englisch und Sozialkunde tauchten sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen ins deutsche Schulleben ein. So wurde aus dem Besuch langsam, aber sicher ein echtes Miteinander.
Doch irgendwann meldet sich auch der Hunger! Beim gemeinsamen Mittagessen konnten die deutschen Gastmütter beweisen, dass sie es in Sachen mangiare durchaus mit den italienischen Mamas aufnehmen können. Einige unserer italienischen Gäste hatten beeindruckende Lunchpakete dabei. Auch Süßes, wie Fritt, Kinderriegel, Milchschnitte und vieles mehr sorgten für angeregte Gespräche und neugierige Blicke. Die deutschen Mamas hatten sich ebenfalls etwas Besonderes einfallen lassen und überraschten alle mit leckerem Apfel-, Kirsch- und Zupfkuchen. Das Urteil war eindeutig: Buonissimo! Es wurde geschlemmt, probiert und ordentlich zugelangt.
Am Nachmittag ging es dann in die Stadt, genauer gesagt ins Rathaus von Diez. Dort empfing uns die Bürgermeisterin, Frau Wick, mit einer herzlichen Begrüßung und einer standesgemäßen Stärkung mit Getränken und Snacks! Die Schaumküsse waren für unsere italienischen Gäste eine echte Überraschung, denn diese süße Spezialität kannten sie aus ihrer Heimat gar nicht.
Neben offiziellen Geschenken und netten Gesten nahm sich Frau Wick Zeit, mit den Lehrkräften und Jugendlichen über Völkerverständigung, gesellschaftliche Verantwortung und die Zukunft der jungen Generation zu sprechen. Schließlich geht es bei einem solchen Austausch um weit mehr als Sehenswürdigkeiten und gutes Essen: Es geht darum, andere Perspektiven kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und Europa ganz persönlich zu erleben.
Natürlich durfte auch die obligatorische Fotosession nicht fehlen – schließlich wollen wir überall eine bella figura machen!
Danach machten wir Diez bei einer Stadtrallye unsicher. Jetzt waren Teamwork und Zusammenarbeit gefragt: Deutsche und italienische Schülerinnen und Schüler mussten gemeinsam knifflige Aufgaben lösen und die Stadt erkunden. Dabei lernten unsere italienischen Gäste zahlreiche neue deutsche Wörter, während auch die deutschen Jugendlichen noch so manches über ihre eigene Stadt erfuhren. Und was wäre eine Stadtrallye ohne Selfies? Der Spaß kam jedenfalls nicht zu kurz!
Am Abend ging es dann ganz unterschiedlich weiter: Einige Familien trafen sich zum gemeinsamen Essen, andere führten ihre italienischen Gäste zu ihren Pferden, wieder andere besuchten ein Oktoberfest – obwohl wir uns bekanntlich nicht in Bayern befinden! Und wer es lieber gemütlich mochte, ließ den aufregenden Tag bei einer Runde Wii ausklingen. Eben ganz normaler deutscher Alltag!
Che giornata! Was für ein Tag! Von der musikalischen Begrüßung über neue deutsche Lieblingswörter bis hin zu Kuchen, Schaumküssen und Stadtrallye war wirklich alles dabei. Unsere Gäste haben das SHG, Diez und das Leben in ihren Gastfamilien ein großes Stück besser kennengelernt. Und auch unsere deutschen Schülerinnen und Schüler konnten jede Menge Neues entdecken.
Der zweite Tag war mindestens genauso aufregend und ereignisreich wie unser erster Tag in Mailand im März. Wenn das so weitergeht, dürfen wir uns auf eine unvergessliche Woche freuen!
Tag 1 | Anreise - Die Italiener sind da!
Der Wecker klingelte früh, sehr früh! Bereits um 4 Uhr morgens hieß es für unsere italienischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartner: raus aus den Federn, Koffer schnappen und ab zum Flughafen. Um 7 Uhr hob der Flieger ab, und nach gerade einmal einer Stunde Flugzeit war Deutschland erreicht. Auch die Weiterreise mit der Deutschen Bahn lief reibungslos – perfetto! Da kann man wirklich nicht meckern!
Und dann kam der große Moment: die Ankunft. Ganz entgegen so manchem Klischee waren unsere italienischen Gäste überpünktlich! Was sie dort erwartete, hatten sie allerdings nicht auf dem Schirm: ein herzlicher Empfang mit deutschen und italienischen Flaggen, der Europaflagge und selbst gebastelten Plakaten mit einem fröhlichen „Benvenuto!“. 🇩🇪🇮🇹🇪🇺
Che grande sorpresa! Was für eine große Überraschung! Da blieb so manches Auge nicht ganz trocken. Die Freude über das Wiedersehen und die herzliche Begrüßung war riesig. Bei der anschließenden Übergabe an die Gastfamilien zeigte sich dann die ganze Bandbreite deutsch-italienischer Begegnungen: von der herzlichen Umarmung über das schüchterne Händeschütteln bis hin zum lässigen „Hey Bro, was geht?“. Verständigt wurde sich auf Deutsch, Italienisch, Englisch – und manchmal vermutlich auch einfach mit Händen und Füßen.
Nach der langen und anstrengenden Reise waren unsere Gäste zwar müde, aber sichtlich glücklich und beeindruckt von diesem besonderen Empfang. Für einige ging es zunächst noch auf ein Eis nach Limburg, andere fuhren direkt mit ihren Gastfamilien nach Hause. Dort warteten schon die nächsten Highlights: Die Haustiere mussten schließlich vorgestellt werden! Ob Pferd, Hund oder andere tierische Mitbewohner – die italienischen Gäste bekamen einiges zu sehen. Besonders niedlich war wohl das Kaninchen (siehe Fotoalbum), das mindestens genauso viel Aufmerksamkeit bekam wie seine menschlichen Gastgeber.
Doch viel Zeit zum Ausruhen blieb offenbar nicht. Am Nachmittag und Abend wurde Diez und Umgebung erkundet: Einige wagten sich in die Eissporthalle oder auf die Sommerrodelbahn, andere besuchten die Schaumburg, gingen bowlen oder machten einen Abstecher zum Herthasee. Aber auch der ganz normale deutsche Alltag durfte nicht fehlen: Einkaufen stand ebenso auf dem Programm wie ein Zahnarztbesuch oder eine Runde Online-Fußball. Und sogar eine Fahrt mit dem Traktor, um die gute deutsche Landluft zu genießen – ein Erlebnis, das man in Mailand vermutlich nicht jeden Tag hat!
Natürlich ist nach dem ersten Tag noch nicht jede Verständigung perfekt. Manchmal fehlen die richtigen Worte, manchmal hilft Englisch weiter und manchmal reichen ein Lächeln oder eine Geste völlig aus. Eines steht aber schon jetzt fest: Unsere Gäste haben heute jede Menge deutscher Eindrücke gesammelt und wurden von ihren Gastfamilien mit offenen Armen aufgenommen.
Nach diesem aufregenden ersten Tag sind wir gespannt, was morgen auf unsere italienischen Gäste wartet. Denn dann heißt es zum ersten Mal: Schulalltag am SHG! Wie werden unsere Gäste den Unterricht erleben? Werden sie über das deutsche Schulsystem staunen? Und wie klappt die Verständigung zwischen den Schülerinnen und Schülern?
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