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Pestalozzi-Grundschüler treffen Lehrer vom Sophie-Hedwig-Gymnasium

Zwei Klassen der Jahrgangsstufe 4 der Diezer Pestalozzi-Grundschule sind nach den Osterferien mit den SHG-Lehrern Matthias Lang und Jens Reutzel den Diezer Gedenkweg jüdische Erinnerungsorte gelaufen. Dieser Gedenkweg ist inzwischen im Rahmen unserer Europaschule ein fester Baustein des Religions- und Ethikunterrichts am SHG geworden. 

 

Auch die Pestalozzischule beschäftigt sich bereits mit ihren 4. Klassen mit dem Thema Holocaust, weshalb nun erneut - wie bereits im Vorjahr - ein unkomplizierter Kontakt zwischen den Lehrer/-innen der beiden Schulen zustande kam. Der Vorteil des Diezer Gedenkweges liegt darin, dass Fahrten nach Hadamar (wo es lange Wartezeiten für die Besuche gibt) oder in Konzentrationslager (die weit entfernt liegen) durch Besuche von Gedenkorten in Diez sehr gut ergänzt oder sogar ersetzt werden können. Denn auch in Diez wurden jüdische Mitbürger/-innen von den Nationalsozialisten verfolgt und viele auch später ermordet. Diese Gedenkorte liegen quasi vor den Haustüren der beiden Schulen und können problemlos zu Fuß erreicht werden. 

 

Der für die kleinen Kinderbeine verkürzte Gedenkweg führte die Grundschulklassen zunächst zum Gedenkort des deutsch-israelitischen Kinderheims in der Schlossbergstraße, wo heute das Diezer Krankenhaus steht. Voller Neugier hörten sie die traurige Geschichte der aus Diez vertriebenen jüdischen Kinder, die in dem Heim wohnten und die im Jahre 1935 teilweise noch jünger waren als sie selbst. Auch einige von diesen Kinderheim-Bewohnern wurden später ermordet. Die von ihren Lehrerinnen gut vorbereiteten Grundschüler/-innen hatten viele Nachfragen, unter anderem, warum die Diezer Polizei den Kindern nicht half.

 

Danach ging es die Schlosstreppe herunter zum zentralen Erinnerungsort, zum Kantorenhaus mit der Diezer Gedenkstele. Das Kantorenhaus war die alte Synagoge der von den Nationalsozialisten zerstörten jüdischen Gemeinde, in dem in früheren Zeiten Jungen bis zum Alter von 12 Jahren Hebräisch lernten. Hier fragte eine Schülerin, warum nur Jungen diese Sprache lernen durften und Mädchen nicht. Einfach ungerecht! Nach den vielen traurigen aber auch wichtigen Geschichten verabschiedete man sich mit dem Eindruck, dass so etwas nie wieder passieren dürfe und dass wir alle, egal aus welchem Land wir kommen oder welche Religion wir haben, aufeinander aufpassen müssen.

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Veröffentlichung

Mo, 22. April 2024

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